
Die befestigte Stadt Galle Fort an der Südküste Sri Lankas, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zeugt von jahrhundertelangem portugiesischem, nieder...



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Das Fort Galle zählt zu den bedeutendsten historischen Stätten Sri Lankas. Jahrhunderte des Seehandels, kolonialer Ambitionen und kulturellen Austauschs prägen hier eine lebendige Stadtlandschaft. Auf einer felsigen Landzunge an der Südküste gelegen, gehört das Fort zu den am besten erhaltenen europäischen Festungsanlagen Asiens und ist bis heute ein pulsierendes Stadtviertel.
Lange vor der europäischen Kolonialisierung diente Galle als wichtiger Hafen für arabische, persische und asiatische Händler, die den Indischen Ozean befuhren. Historische Aufzeichnungen legen nahe, dass Galle möglicherweise unter dem Namen „Gimhathitha“ bekannt war, einem bedeutenden Hafen, der in antiken Chroniken erwähnt wird. Seine strategische Küstenlage machte es lange vor der Ankunft der westlichen Mächte zu einem unverzichtbaren Zwischenstopp für Gewürzhändler.
Die Portugiesen errichteten 1588 die ersten Befestigungsanlagen, vorwiegend aus Erde und Palisaden, um ihre Handelsinteressen zu schützen. Nach der Eroberung Galles durch die Niederländer im Jahr 1640 wurde die Festung vollständig umgestaltet. Die älteren Bauwerke wurden durch massive Granitmauern, Bastionen und Tore ersetzt, die sowohl Seeangriffen als auch den tropischen Wetterbedingungen standhalten sollten.
Unter niederländischer Verwaltung entwickelte sich Galle Fort zu einer eigenständigen Stadt mit Wohnvierteln, Lagerhäusern, Gerichten, Kirchen und Verwaltungsgebäuden. Straßenführung, Entwässerungssysteme und Gebäudedesign zeugen für die damalige Zeit von fortschrittlicher Stadtplanung.
Nach der britischen Herrschaft im Jahr 1796 behielt das Fort Galle seine Bedeutung als regionales Verwaltungszentrum. Obwohl Colombo später Galle als wichtigsten Hafen ablöste, bewahrten die Briten die Kernstruktur des Forts und fügten Wahrzeichen wie den Uhrturm hinzu. Zudem verstärkten sie das Leuchtturmsystem, um die Schifffahrt zu unterstützen.
Im Gegensatz zu vielen Kolonialfestungen, die verfielen, entwickelte sich Galle Fort organisch zu einem Wohn- und Geschäftsviertel, wodurch es intakt und funktionsfähig blieb.
Die Festungsmauern erstrecken sich über drei Kilometer und zeichnen sich durch breite Wehrgänge, dicke Wehrmauern und strategisch platzierte Bastionen aus, die nach himmlischen und symbolischen Figuren benannt sind. Diese Bauwerke wurden so konzipiert, dass sie überlappende Schussfelder und Sichtverhältnisse über das Meer und das umliegende Land ermöglichten.
Innerhalb der Festungsmauern weisen die Gebäude charakteristische Merkmale der Kolonialzeit auf: dicke Mauern aus Korallenstein, hohe Decken, Innenhöfe und schattige Veranden, die die Hitze reduzieren und die Luftzirkulation fördern. Die architektonische Harmonie innerhalb der Festung trägt zu ihrer anhaltenden ästhetischen Anziehungskraft bei.
Galle Fort ist insofern einzigartig, als es nicht nur erhalten, sondern auch bewohnt ist. Seit Generationen leben Familien innerhalb seiner Mauern und pflegen Traditionen, die singhalesische, muslimische und europäische Einflüsse widerspiegeln. Moscheen, Kirchen und Tempel stehen auf engstem Raum nebeneinander und geben Einblick in Jahrhunderte friedlicher kultureller Integration.
Das tägliche Leben spielt sich vor einer historischen Kulisse ab, wo Schulkinder an jahrhundertealten Gebäuden vorbeigehen und sich die Bewohner abends auf den Stadtmauern versammeln.
Der Leuchtturm von Galle mit Blick auf den Indischen Ozean dient weiterhin als Navigationshilfe und ist ein prägendes Wahrzeichen der Stadt. Die Niederländisch-Reformierte Kirche vermittelt durch ihre Architektur und Gedenksteine historische Tiefe, während Museen innerhalb der Festung den Seehandel, die Kolonialverwaltung und das lokale Handwerk dokumentieren.
Der Komplex des alten holländischen Krankenhauses, der heute einer anderen Nutzung zugeführt wird, ist ein Beispiel für die adaptive Wiederverwendung von historischen Gebäuden, bei der Denkmalschutz mit moderner Funktionalität verbunden wird.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Galle Fort zu einem Zentrum für Kunst, Literatur und kreatives Schaffen entwickelt. Unabhängige Boutiquen bieten handgefertigten Schmuck, Batikstoffe, Antiquitäten und Kunstwerke an. Cafés und Restaurants in restaurierten Kolonialgebäuden servieren sowohl sri-lankische als auch internationale Küche.
Diese Mischung aus Tradition und modernem Lebensstil hat Galle Fort zu einem kulturellen Reiseziel und nicht nur zu einem historischen Denkmal gemacht.
Das Galle Literaturfestival hat das internationale Ansehen der Festung gesteigert und zieht Schriftsteller, Wissenschaftler und Besucher aus aller Welt an. Kleinere Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Workshops im Laufe des Jahres unterstreichen die Rolle der Festung als Ort des intellektuellen und künstlerischen Austauschs.
Als UNESCO-Welterbestätte unterliegt das Fort Galle strengen Denkmalschutzrichtlinien. Restaurierungsprojekte legen Wert auf die Erhaltung originaler Materialien und Techniken, während Tourismusinitiativen Nachhaltigkeit, Einbindung der lokalen Bevölkerung und die Vermittlung des kulturellen Erbes in den Vordergrund stellen.

Das Fort Galle ist von Colombo aus bequem mit Zug, Bus oder dem eigenen Auto zu erreichen. Die Küstenbahnstrecke ist aufgrund ihrer malerischen Landschaft besonders beliebt. Im Inneren lädt die kompakte Anlage zum Spazierengehen ein und ermöglicht es Besuchern, die Anlage in Ruhe zu erkunden.
Galle Fort ist mehr als eine historische Sehenswürdigkeit; es erzählt die lebendige Geschichte Sri Lankas im Dialog mit der Welt. Seine Steinmauern, der Blick aufs Meer und der pulsierende Alltag bieten die seltene Gelegenheit, Geschichte im Kontext des modernen Lebens zu erleben. Ein Besuch in Galle Fort ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern eine Begegnung mit einem Ort, an dem sich das kulturelle Erbe stetig weiterentwickelt.
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